Peetz : Ecology and Social Organization of the Bearded Saki Chiropotes satana chiropotes (Primates: Pitheciinae) in Venezuela : Reihe: Ecotropical Monographs, No. 1

Artikel-Nr.: 9650001_0001
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REDUZIERTES EINZELEXEMPLAR | 2001 | | Kart, F:16,6x23,4 cm, 170 S, zahlreiche Grafiken und Karten. | WG: Buch | Bartsakis (Chiropotes satanas) sind spezialisierte Fruchtfresser, deren Nahrung zu einem großen Anteil aus Nüssen und Samen besteht. Freilandstudien in Brasilien und Surinam haben gezeigt, dass diese Primaten hohe tropische Wälder bevorzugen. Außer der Tatsache, dass Bartsakis mittlere bis große Mehr-Männchen-Mehr-Weibchen Gruppen bilden, weiß man nur wenig über ihr Sozialverhalten und ihre soziale Organisation Ziel dieser Studie war aufzuzeigen, inwieweit ökologische Parameter die Verhaltensstrategien einer Gruppe von Chiropotes satanas chiropotes an der nördlichen Grenze des Verbreitungsgebietes der Art beeinflussen. Nahrungsverhalten, Aktivitätsbudget und Habitatsnutzung wurden in Relation zum Nahrungsangebot und dessen monatlichen Veränderungen untersucht. Außerdem wurden soziale Verhaltensmuster analysiert, um Hinweise auf die soziale Organisation dieser Gruppe von Bartsakis zu erhalten. Die Studie wurde im Rahmen des „Proyecto de Primatología Ecológica de Guayana“ auf einer ca. 180 ha großen Insel (7°21’62°52’W) im Stausee von Guri im Estado Bolívar, Venezuela, durchgeführt. Das Klima zeichnete sich durch eine ausgeprägte Trockenzeit aus. An einer Gruppe von C. s. chiropotes wurden über einen Zeitraum von 15 Monaten Verhaltensdaten an jeweils fünf aufeinanderfolgenden Beobachtungstagen mit ca. 50 Beobachtungsstunden pro Monat nach dem „instantaneous scan-sampling“ in 5-Minuten-Intervallen und mit zusätzlichen ad lib. Beobachtungen aufgenommen. Außerdem wurden Daten zur Vegetationszusammensetzung und zur Phänologie der Pflanzen erfasst. Die Vegetationsanalyse auf insgesamt 1,5 ha ergab 983 Bäume und Lianen > 10 cm BHD aus 128 Arten in 40 Familien. Die durchschnittliche Kronendachhöhe betrug 9 m. Nur 1,5 % der Bäume erreichten Höhen von 20 m und mehr. Der „species importance value“ deutete auf keine dominanten Pflanzenarten hin. Die Daten zum phänologischen Zustand der Pflanzen zeigten, dass zu jeder Zeit im Jahresverlauf junge Blätter, Blüten und Früchte vorhanden waren, während der Trockenzeit warf jedoch fast ein Viertel der Stichprobe alle Blätter ab. Aufgrund dieser pflanzenphänologisch erkennbaren Trockenzeit, der maximalen Baumhöhe und der Vielzahl der Lianen wurde der Waldtyp als teilweise laubabwerfender, feuchter tropischer Übergangswald eingeordnet. Während der gesamten Beobachtungszeit nutzte die Gruppe von Bartsakis mindestens 100 Pflanzenarten als Nahrungsressource. Früchte waren in jedem Monat der wichtigste Nahrungsbestandteil und umfassten im Jahresmittel 92,3 % aller Beobachtungen zur Nahrungswahl. Dabei entfiel der größte Anteil mit 50,7 % auf Samen und Nüsse, die die wichtigste Nahrungsquelle in der Trockenzeit bildeten. Vegetatives Pflanzenmaterial wurde zu 2,5 % und Blüten zu 0,9 % genommen. Nahrung tierischen Ursprungs betrug durchschnittlich 3,9 %. Die wichtigste Nahrungspflanze war Pradosia caracasana (Sapotaceae) mit einem Anteil von 37,0 % der jährlichen Ernährung. Auf ihren Parasiten Oryctanthus alveolatus (Loranthaceae) entfielen weitere 18,6 %. Die tägliche Aktivitätsphase der Beobachtungsgruppe begann kurz vor oder mit dem ersten Tageslicht und endete deutlich vor Sonnenuntergang. Im Aktivitätsbudget machte das Nahrungsverhalten mit 37,0 % im Jahresmittel den größten Anteil aus mit höchsten Werten in der Trockenzeit. Das Fortagieren betrug 10,1 %, die Fortbewegung 18,7 % und das Ruhen 21,4 %. Verschiedene andere Verhaltensweisen umfassten weitere 12,8 %. Chiropotes satanas chiropotes nutzte auf der Insel ein Gebiet von insgesamt 122,25 ha. Dabei entsprachen 50 % der Habitatnutzung nur 15,75 ha. Die von der Gruppe zurückgelegte Tagesstrecke betrug im Jahresmittel 1,6 km, wobei die Tageswerte von 0,5 km bis 2,7 km schwankten. Die Nutzung des Habitats und die zurückgelegten Wegstrecken wurden durch die Verfügbarkeit von Pradosia caracasana-Früchten beeinflusst. Der Anteil sozialer Verhaltensweisen betrug insgesamt 17,9 % des jährlichen Aktivitätsbudgets. Dabei entfielen 5,8 % auf das Soziale Ruhen, 5,6 % auf das Sozialspiel, 5,0 % auf das Allogrooming und 1,5 % auf weitere soziale Verhaltensweisen aus sexuellem, assoziativem oder agonistischem Kontext. Der monatliche Anteil sozialer Verhaltensweisen nahm ab, wenn der Anteil an Samen und Nüssen in der Nahrung hoch war. Dagegen stieg er an, wenn die Bartsakis saftige Früchte nutzten. Während das Grooming im Monatsmittel über den gesamten Beobachtungszeitraum weitgehend konstant blieb, zeigte sich im Spielverhalten ein deutlicher Einbruch in den Monaten mit einem hohen Anteil an Samen und Nüssen in der Nahrung. Anhand des hohen Anteils sozialer Interaktionen und einiger ritualisierter Verhaltensmuster zeigte sich, dass starke interindividuelle Beziehungen die soziale Organisation der Beobachtungsgruppe prägen. Insbesondere auf das züchtende Männchen gerichtete affiliative Verhaltensweisen sowie sein Eingreifen bei agonistischen Interaktionen und sein Beschwichtigungsverhalten deuten eine Männchen-Dominanz an. Da in der Gruppe von Bartsakis nur ein adultes Männchen war, sind Verhaltensdaten an Gruppen mit mehr als einem adulten Männchen erforderlich, um das Fortpflanzungssystem von C. s. chiropotes näher zu differenzieren. | | [E] | Preisreduziert, anstatt € 55,00. | Ecotropical Monographs
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